Dieses Spektakel war wohl die schwerste Show meiner bisherigen Laufbahn. Die Umsetzung verlangte von mir selbst die hemmungslose Verrücktheit auf die Bühne zu bringen. Und zwar vor tausenden Zuschauern einen völlig verrückten Designer darzustellen, so änlich wie den Joker um das Ausmass der gesellschaftlichen Entwicklung und der allgemeinen Duldung der Unmoral. Wir werden sehen, wo eine Gesellschaft hinführt, die ihren Status an Vernunft verliert. Und genau hier stellt sich die Frage, wie weit darf alles gehen. Um diesen Diskurs zu verschaerfen, schickte ich Bikinimädchen mit Bisswunden und Kampfhund über den Laufsteg, ein Model mit einem Hochzeitskleid als Zwangsjacke, ein Model mit Axt und Kleid mit rotem Pollockgemaelde als Druck. Ein Mann mit blonder Perücke und Bikini, Stöckelschuhe und Fächer, usw. Die Zuschauer erstarrten. Manche begriffen nicht so recht was da geschah. Aber progressive Modekunst muss Zeichen setzen, denke ich. Diese Art von Modespektakel wird man mit Sicherheit kopieren. Ich glaube die Zukunft liegt in der Aussage. Alles andere ist schlicht Bekleidung.

Nicht desto Trotz sollten die Kleider und die Darstellung immer einen orginellen Kick haben. Es soll immer raffiniert wirken und zum nachdenken anregen. Ein Kunde kam danach zu mir und sagte, so verrückt wie die Schau auch war, das faszinirende daran ist, dass die Mode trotzdem tragbar ist, lässt man den Zusammenhang weg. Sehr viel Entertainment zum Verkauf. Ich sagte, ich lebe nicht dafür, simple emotionlose Dinge zu schaffen. Er kloppfte mir auf die Schulter und sagte Danke fuer den Denkanstoss und das Erlebnis. Das freute mich

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Trend-Kollektion „Freak Society“