Es ist die grösste Kollektionspremiere, die ich bisher veranstaltet habe. Zur Berliner Modewoche, organisiert vom Verband Berliner Kreateure, wo ich Mitglied bin, zeigte ich meine Herbst Winter Trend Kollektion „Deutschland, ein Wintermärchen“ vor über tausend Zuschauern. Aber anstatt sich zu freuen, mit mir zu feiern für die internationale Resonanz und das neue Interesse an hochwertiger Mode, liessen Kollegen kein gutes Haar an mir. Dies enttaeuschte mich sehr. Dazu passte auch mein Thema, Heinrich Heine`s Kritik an der deutschen Zwietracht, politischen Zensur und der geistigen Unterdrückung sowie Kritikresistenz. Die Frage steht im Raum, welche Zuunft Deutschland mit seinen Strukturen hat.
Aber die andere positive Seite des Riesenspektakels, die Freude brachte, war die dadurch gewonnene neue Kundschaft und meine bisherigen Liebhaber meiner Kunst. Insofern war die menschliche Enttaeuschung über die Kollegen leichter zu ertragen. Ist doch die zufriedene oder sogar glückliche Kundschaft das Wichtigste für mich. Ich hoffe weiterhin, dass kluge Menschen, welche ich sehr schätze, Missgunst und Verleumdungen richtig einschätzen. Die erschaffenen Kreationen und meine Arbeit soll immer für mich sprechen.
Für meine Zukunft sind das alles wichtige Erfahrungen. Seelisch, moralisch und menschlich. Aber natürlich hätte ich das allein nie geschafft. Ich danke allen Helfern, Models und Freunden, die es erst möglich haben, dass ein junger Berliner Designer solch eine Grössenordnung an Modespektakel erreicht.
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